Maps. Aleksandra Mizielinska, Daniel Mizielinski. Big Picture Press, 2012.

Dieses Sachbuch im Überformat ist ein wunderschönes Buch zum Stöbern und Schmökern, das seinen großen und kleinen Lesern über 40 Länder unserer Welt näherbringt. Auch Erwachsene erfreuen sich an diesem Buch. Auf 105 Seiten werden ausgewählte Länder auf Doppelseiten dargestellt: Gemalte Abbildungen zeigen die Landesform, größere Städte, Flüsse und Berge sowie typische Gerichte, Sehenswürdigkeiten, Tiere, Traditionen, Sprachen, typische Namen etc. Es kommt mit sehr wenigen Worten aus und beruht auf visueller Vermittlung. Dennoch findet sich bei jeder kleinen Darstellung der Name des Tieres, des Gerichts, des Sportes, der Pflanze, des Künstlers/Politikers … und eventuell einen kleinen erklärenden Satz, zum Beispiel, dass Edward Whymper 1865 als erster das Matterhorn bestieg oder Johanna Spyri eine Schriftstellerin war. Auch werden die Grundinformationen zu jedem Land genannt: Name, Hauptstadt, Sprachen, Bevölkerung, Gebietsgröße. Die Doppelseiten haben Wimmelbuchcharakter und laden zu einer visuellen Erkundungstour der Länder ein. Dieser Aspekt macht es auch für jüngere Kinder interessant, obwohl die Größe des Buches (fast 40cm hoch) den Kleineren den Umgang mit ihm erschwert.

Die Illustrationen sind wunderbar altertümlich und erinnern an alte Atlanten, Karten und Illustrationen in den Büchern von Jules Verne. Die Farben sind gedeckt gehalten, nichts scheint oder glitzert und die Papierseiten sind dick, was den Vintage-Eindruck verstärkt. Die Welt wird nach Kontinenten aufgeteilt (Nordamerika, Südamerika, Europa, Afrika, Asien, Australien und Ozeanien) und von jedem Kontinenten werden einige Länder näher beschrieben. Insgesamt sind es ca. 45 Länder, inklusive Arktis und Antarktik (ich habe mehrmals gezählt und mehrere Ergebnisse erhalten…). Natürlich fragt man sich immer, warum dieses Land und nicht ein anderes dargestellt ist. Wir sind allerdings besonders happy, da auch Ecuador vertreten ist, und dieses kleine südamerikanische Land oft nicht vorkommt. Andere Länder, wie beispielsweise Kenia, über das wir mehrere Bücher gelesen haben, fehlen leider. Besonders in Afrika, Mittelamerika und von den arabischen Staaten fehlen viele Länder. Perfekt wäre es natürlich, wenn man einen Atlanten mit allen Ländern der Welt hätte – vielleicht wäre dies in zwei Bänden möglich gewesen (statt das Gleiche in drei Versionen herauszubringen). Dies wäre auch für unsere Reise mit Büchern durch die Welt toll: egal welches Land wir gerade kennenlernen, wir können immer in unserem Atlas Informationen über dieses Land nachsehen. Auf der anderen Seite muss man bedenken, dass schon die über 40 vorgestellten Länder eine unheimliche Menge von Informationen sind, die kleinere Kinder nicht ganz fassen können. Mit vier Jahren sind A&E noch zu jung, um die Reichhaltigkeit des Buches wirklich begreifen zu können. Sie schauen das Buch aber wirklich sehr oft und gerne an, eben bestimmte Länder, mit denen sie aktuell etwas verbinden können. Seit wir die Disneyproduktion „Der Prinz von Ägyten“ angesehen haben, sind sie große Fans von Ägypten, dessen Sandwüste und Kamelkarawanen sie auch mit der Lektüre von „Mano, Wüstensohn“ in Verbindung bringen. Ich habe ihnen außerdem ein paar Figuren von Sehenswürdigkeiten gekauft, die sie im Buch suchen und zuordnen –  allerdings habe ich ihnen die betreffenden Länder mit Post-its markiert, da die Fülle des Inhalts sonst zu groß wäre. Das Buch eignet sich auch gut für den Vergleich von Ländern und Regionen: wo gibt es die gleichen Tiere, Früchte etc.?

Ursprünglich 2012 in Polen herausgebracht, wurde „Maps“ ab 2013 im englischsprachigen Raum veröffentlicht und zu einem Riesenerfolg. Ich bin auf das Buch in einer Montessori-Gruppe aufmerksam geworden, wo auch viele homeschooling-Mütter sind, die dieses Buch besonders gerne verwenden. Unsere Ausgabe ist noch aus der ersten englischsprachigen Serie, es gibt aber mittlerweile eine erweiterte Ausgabe und eine Deluxe Ausgabe. Die deutsche Ausgabe „Alle Welt“ besitzt, so wird es angepriesen, statt 42 Ländern 62, und basiert somit auf der erweiterten englischen Ausgabe.

Insgesamt eines unserer Lieblingsbücher, das man gut alleine ansehen kann oder in Kombination mit anderen Büchern, beispielsweise um die Sehenswürdigkeiten zu suchen und zu vergleichen oder Gemeinsamkeiten von Ländern zu finden. Definitiv ein Buch zum reinwachsen und mitwachsen: später werden die Kinder den Fokus auf andere Aspekte legen als jetzt und die Lektüre bleibt immer spannend.

©Kathrin Schneider

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